Wie BP seinen sicheren Sieg selbst sabotiert hat
Wie kann es sein, dass ein Unternehmen wie BP, das sich in einer strategisch starken Position befindet, mit einem so glanzvollen Eigentor glänzt? Der Verwaltungsrat hat sich entschieden, einen offensichtlichen Sieg nicht nur abzulehnen, sondern ihn in eine Niederlage zu verwandeln. Ich kann nicht anders, als mich zu fragen: War es Dummheit, Arroganz oder schlichtweg ein Mangel an Weitblick?
Ein erster Grund, der für diese verheerende Entscheidung spricht, ist das Versagen in der Kommunikation. In einer Zeit, in der klar verständliche Botschaften und transparente Strategien von wesentlicher Bedeutung sind, scheint der Verwaltungsrat den Kontakt zu den Stakeholdern verloren zu haben. Anstatt die Investoren und das Publikum über die Vorteile der bevorstehenden Entwicklungen zu informieren, wurden sie in ein unübersichtliches Labyrinth aus übertechnisierten Fachbegriffen und endloser Bürokratie gepfercht. Man könnte fast mit einem Augenzwinkern sagen, dass hier jemand die Pressemitteilung durch einen akademischen Aufsatz ersetzen wollte, ohne je zu merken, dass die Menschen nicht für einen vorzeitigen Einschlag auf dem Lehrstuhl sind.
Darüber hinaus ist die wirtschaftliche Realität nicht zu vernachlässigen. In einer Zeit steigender geforderter Nachhaltigkeitsstandards und dem Druck, die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren, hatte BP die Chance, sich als Vorreiter zu positionieren. Stattdessen wurde ein sicherer Sieg in der denkwürdigen Gelegenheit, einen nachhaltigen Kurs einzuschlagen, jäh abgebrochen. Die unglückliche Entscheidung zeigt, dass der Verwaltungsrat möglicherweise nicht mit dem gleichen Eifer denkt, wie es die Zeit verlangt. Eine gewisse Weitsicht könnte hier Wunder wirken, denn während andere Unternehmen in der Branche vorangehen, bleibt BP auf der Strecke.
Ein nicht zu vernachlässigendes Argument gegen diese Einschätzung könnte sein, dass der Verwaltungsrat vor den Herausforderungen und Unsicherheiten des Marktes kapituliert hat. Man könnte sagen, sie haben sich vor der Konkurrenz fürchtet und deshalb lieber den Status quo beibehalten. Doch genau hier liegt das Problem: Diese Entscheidung ist nicht nur eine Kapitulation, sondern sie zeigt auch eine Arroganz, die in der heutigen Zeit fatal ist. Die Ruhe vor dem Sturm ist nicht das Ergebnis von Weitsicht, sondern von Unentschlossenheit. Wer nicht bereit ist, Risiken einzugehen, wird unweigerlich in der Monotonie der Unbeweglichkeit enden. Es ist fast schon amüsant zu beobachten, wie Unternehmen, die in der Vergangenheit gepunktet haben, gezwungen sind, sich jetzt mit ihrer eigenen Trägheit auseinanderzusetzen.
Falls der Verwaltungsrat von BP jemals den Mut aufbringt, seine Strategie zu überdenken, könnte das Unternehmen das Potenzial haben, wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. Aber bis dahin bleibt es ein klassisches Beispiel für eine Selbstsabotage, die in einem sicheren Sieg gefangen ist und sich umso mehr in eine Niederlage verwandelt. Vielleicht sollten sie sich auf den Weg zu einem Blick über den Tellerrand machen – denn das Gegenteil ist einfach nur verschwendete Zeit und Ressourcen.